Impfstoff gegen Blauzungenkrankheit ist in meiner Praxis vorrätig !

 

Allgemeinverfügung zur Festlegung eines Sperrgebietes zum Schutz gegen die
Blauzungenkrankheit
Nach amtlicher Feststellung der Blauzungenkrankheit (Bluetongue disease - BT)
verursacht durch ein Virus vom Serotyp 8 (BTV-8) in einem Betrieb in der Gemeinde
Ottersweier im Landkreis Rastatt und öffentlicher Bekanntmachung des Seuchenausbruchs
durch das Landratsamt des Landkreises Rastatt erlässt der Oberbürgermeister der
Wissenschaftsstadt Darmstadt als hierfür zuständige Behörde folgende
A l l g e m e i n v e r f ü g u n g
1. Das gesamte Gebiet der Stadt Darmstadt wird zum Sperrgebiet bezüglich der
Blauzungenkrankheit erklärt.
2. Für das Sperrgebiet wird Folgendes angeordnet:
2.1. Wer empfängliche Tiere hält, hat die Haltung und den Standort der Tiere (Stall,
Weide, Triebweg) unverzüglich dem Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt
Darmstadt, Bürger- und Ordnungsamt, Abt. Veterinärwesen und Verbraucherschutz
als zuständiger Behörde anzuzeigen.
2.2. Das Verbringen von empfänglichen Tieren, Embryonen, Samen und Eizellen aus
dem Sperrgebiet ist verboten, soweit die zuständige Behörde keine Ausnahme
zulässt.
3. Die sofortige Vollziehung der in der Nr. 1 und Nr. 2.1 getroffenen Regelungen wird
angeordnet.
4. Die Allgemeinverfügung gilt am Tag nach ihrer Veröffentlichung als bekannt gegeben.
Sachverhalt
Im Rahmen des BT-Monitorings hat das Staatliche Tierärztliche Untersuchungsamt
Aulendorf - Diagnostikzentrum bei einem Rind aus einem Betrieb in Ottersweier im
Landkreis Rastatt am 05.12.2018 ein nicht sicher negatives Laborergebnis bezüglich BTV-
8 festgestellt. Das Rind hatte keine Krankheitsanzeichen gezeigt. Abklärungsuntersuchungen
im Friedrich-Loeffler Institut, dem Nationalen Referenzlabor für Blauzungenkrankheit,
erbrachten ein positives Laborergebnis. Nachproben von Rindern aus dem betroffenen
Betrieb haben zudem weitere BTV-8 Nachweise erbracht.
Nach amtlicher Feststellung des Ausbruchs der Blauzungenkrankheit in diesem Betrieb hat
der Landkreis Rastatt am 13. Dezember 2018 den Ausbruch der Blauzungenkrankheit
öffentlich bekanntgegeben.
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Die BT ist eine virusbedingte, meist akut verlaufende Krankheit der Schafe und Rinder.
Daneben sind auch Ziegen, Neuweltkameliden und Wildwiederkäuer für die BT
empfänglich. Sowohl das EU-Recht als auch das nationale Recht zur Bekämpfung der
Blauzungenkrankheit definiert als empfängliche Tiere alle Wiederkäuer.
Der Erreger der Blauzungenkrankheit ist für den Menschen nicht gefährlich.
Die Krankheit wird durch Stechmücken der Gattung Culicoides (= Gnitzen) übertragen.
Daher tritt die BT saisonal verstärkt in der warmen Jahreszeit bei feuchtwarmem Wetter
auf. Gnitzen stechen Tiere vor allem im offenen Gelände in der Zeit zwischen Abend- und
Morgendämmerung. Eine Behandlung der Tiere zum Schutz vor diesen Vektoren kann mit
Hilfe sog. Repellentien erfolgen, verhindert Infektionen jedoch nicht sicher.
In Frankreich werden seit 2016 immer wieder Fälle der BTV-8, vereinzelt auch BTV-4
festgestellt. In diesem Jahr waren bis zum 4. Dezember bereits 666 Fälle bekannt. Auch
andere europäische Länder wie Italien, Griechenland, Spanien, Portugal, Zypern und die
Türkei melden Ausbrüche der BT, verursacht durch unterschiedliche Serotypen.
In der Schweiz wurde seit September 2018 in 60 Betrieben BTV-8 bei Rindern und
Schafen nachgewiesen. Es handelte sich um 17 klinische Verdachtsfälle sowie um
43 Betriebe, die im Rahmen des jährlichen Untersuchungsprogramms auffällig wurden.
Rechtsbehelfsbelehrung
Gegen diese Entscheidung kann innerhalb eines Monats nach deren Bekanntgabe beim
Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Widerspruch erhoben werden.
14.12.2018
gez.
Dr. Karin Jung
Veterinärdirektorin
Hinweise
1. Nach § 41 Absatz 4 Satz 2 HVwVfG wird darauf hingewiesen, dass die
Allgemeinverfügung und ihre Begründung von jedermann, der als rechtlich
Betroffener der Verfügung in Betracht kommt, während der Dienstzeiten beim
Bürger- und Ordnungsamt, Abt. Veterinärwesen und Verbraucherschutz,
Rheinstraße 67, 64295 Darmstadt eingesehen werden kann.
2. Krankheitsanzeichen, die einen Ausbruch der Blauzungenkrankheit befürchten
lassen, sind unverzüglich bei der zuständigen Behörde anzuzeigen. Bezüglich der
Krankheitsanzeichen wird auf Folgendes hingewiesen:
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Die Erkrankung ist insbesondere durch eine Entzündung der Schleimhäute (Lippen,
Maulschleimhäute, Euter und Zitzen), Gefäßstauungen, Schwellungen und
Blutungen gekennzeichnet. Meist erkranken Schafe schwerer als Rinder und
Ziegen. Erste Anzeichen einer akuten Erkrankung sind erhöhte Körpertemperatur,
Apathie und Absonderung von der Herde. Bald nach dem Anstieg der
Körpertemperatur schwellen die geröteten Maulschleimhäute an. Es kommt zu
vermehrtem Speichelfluss und Schaumbildung vor dem Maul. Die Zunge schwillt an
und kann aus dem Maul hängen. An den Klauen rötet sich der Kronsaum und
schmerzt. Die Schafe können lahmen und bei trächtigen Tieren kann die Krankheit
zum Abort führen. Die klinischen Symptome bei Rindern sind Entzündungen der
Schleimhäute im Bereich der Augenlider, der Maulhöhle, der Zitzenhaut und
Genitalien. Zudem treten Ablösungen von Schleimhäuten im Bereich der Zunge und
des Mauls sowie Blasen am Kronsaum auf. Diese klinischen Erscheinungen ähneln
somit Symptomen der Maul- und Klauenseuche.
3. Innerhalb derselben Restriktionszone ist der Handel mit empfänglichen Tieren
gemäß Art. 7 der Verordnung (EG) Nr. 1266/2007 der KOM vom 26. Oktober 2007
mit Durchführungsvorschriften zur Richtlinie 2000/75/EG des Rates hinsichtlich der
Bekämpfung, Überwachung und Beobachtung der Blauzungenkrankheit sowie
deren Beschränkungen, die für Verbringungen bestimmter Tiere von für die
Blauzungenkrankheit empfänglichen Arten gelten (VO (EG) 1266/2007) unter
bestimmten Bedingungen möglich. Das gilt auch für das Verbringen empfänglicher
Tiere in eine Restriktionszone für den selben BTV Serotyp in einem anderen
Mitgliedsstaat der EU.
4. Auskünfte zu etwaigen Ausnahmen erteilt das Bürger- und Ordnungsamt, Abt.
Veterinärwesen und Verbraucherschutz, Rheinstraße 67, 64295 Darmstadt.
5. Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass vorsätzliche oder fahrlässige Verstöße
gegen die Anordnungen dieser Allgemeinverfügung Ordnungswidrigkeiten
darstellen, die mit einem Bußgeld geahndet werden können.

 

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